Jugend

Erlebnisbericht

Jugendfreizeit in Italien

Endlich war es soweit. Am 17.07. machten sich die Pfarrer Uwe Fischer aus Melsungen und Rainer Kempe aus Homberg mit 18 Jugendlichen zwischen 13 und 21 Jahren auf nach Italien. Erst ging es 6 Tage ins Kloster "La Romita" und dann noch 4 Tage nach Todi, Partnerstadt von Melsungen. Unsere Truppe war zusammengewürfelt aus allen Teilen Deutschlands und wir kannten uns kaum. Das sollte sich aber in den 12 Tagen ändern. Nach der 20-stündigen Zugfahrt hatten wir einen 1-stündigen Fußmarsch steil bergauf zum Kloster zu bewältigen, der manchen mit ihren schweren Rucksäcken auf dem Rücken sehr zu schaffen machte. Doch im Kloster angekommen, merkten wir, dass es sich gelohnt hatte, diese Strapaze auf sich zu nehmen, denn es war beeindruckend schön dort oben. Wir lebten bei Pater Bernadino, der seit 10 Jahren das Kloster wieder neu aufbaut und sein ganzes Herz und viel Liebe dazu einsetzte. Strom, fließend Wasser und Licht gab es nicht!! Nur eine Kerze abends, damit wir die Betten noch fanden. Jeden Morgen um 6:00 wurden wir sehr lieb von Bernadino mit Gesang und Psaltermusik geweckt. Anschließend gab es eine Andacht. (Insgesamt hatten wir 4 Andachten am Tag) Am Vormittag arbeiteten wir rund um das Kloster, denn es gab viel zu tun, wie zum Beispiel Holz hacken, Fenster streichen, Laub holen und natürlich Gartenarbeit. Als es dann Mittagessen gab, hatten wir alle das Gefühl, etwas geleistet zu haben. Für das Kloster und für Bernadino, den Mann, der uns in den 6 Tagen so sehr ans Herz wuchs. Zum Mittagessen gab es frisches Gemüse und Salat aus dem Garten, das wir selber zubereiteten. 2x am Tag gab es Zuchini, doch auch daran gewöhnten wir uns früher oder später. Außerdem wanderten wir auch oft. Die schönste Wanderung ging auf den Monte Torre Maggiore. An diesem Tag standen wir morgens um 4:30 auf, um den Sonnenaufgang bei einem wunderschönen Ausblick miterleben zu können. Und dann feierten wir Gottesdienst. Wir waren vielleicht die ersten Christen die auf dem höchsten Berg dieser Gegend, der früher eine römische Kultstätte war, Gottesdienst feierten. Ein Erlebnis, dass wir nicht so schnell vergessen werden.
Viel zu schnell vergingen die Tage im Kloster. In dieser Zeit hielten wir als Gruppe so richtig zusammen. Jeder war für jeden da und hatte auch Verantwortung für die anderen zu tragen. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl war toll!
Nach diesen 6 Tagen zogen wir um nach Todi, in ein sehr komfortables Hotel. Von da aus unternahmen wir eine Tagestour nach Rom und eine Tagestour nach Assisi, denn Franz von Assisi stand auch im Mittelpunkt unserer Freizeit, da wir ein Mal genauso leben wollten wie er, nämlich ohne allen Luxus und mit der Natur im Einklang. Außerdem besuchten wir auch eine italienische Messe.
An jedem Nachmittag machten wir eine Gesprächsrunde und wir kamen zu dem Ergebnis, dass wir auf jeden Fall mehr aus dem Kloster mit nach Hause nehmen werden, als aus der "Konsumwelt". Wir haben gelernt ohne den ganzen Luxus von zu Hause zu leben und dieses neue Leben war toll. Für viele ist es klar, dass sie irgendwann wieder dorthin zurückkommen, um neu aufzutanken und das einfache Leben zu genießen.

Sarah Pistorius

Mehr Informationen zu den Reisen in der SELK:
www.freizeitfieber.de

Kloster La Romita